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Steiermark

Autor:innen: Susanna Krainz, Peter Rosegger 

In der Steiermark gibt es aktuell rund 21.000 von demenziellen Erkrankungen Betroffene, 2050 werden es etwa 35.000 sein. Die Zahl der Menschen mit Demenz in der Steiermark steigt von heute bis 2050 somit um rund zwei Drittel. Dies ist zudem insofern zumal in Hinblick auf die Demenzprävalenzrate bedeutsam, als die Zahl der Menschen ab 65 Jahre in der Steiermark von heute bis 2050 um rund 50 Prozent auf etwa 384.000 steigt, was einem Anteil an der steirischen Bevölkerung von rund einem Drittel entsprechen wird. Dabei steigt die Zahl der Menschen ab 85 Jahren von heute bis 2050 um rund 150 Prozent auf ca. 89.000.

Länderportrait

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Mit Beginn der Etablierung der österreichischen Demenzstrategie 2015 wurden auch in der Steiermark die darin formulierten Wirkungsziele und Handlungsempfehlungen aufgegriffen. In einem ersten Schritt wurde von der Abteilung 8, Gesundheit, Pflege, Wissenschaft, bereits 2016 eine IST-Erhebung von Angeboten in der Demenzversorgung durchgeführt und nach der Systematik der Wirkungsziele der Demenzstrategie aufbereitet. In weiterer Folge wurde die EPIG GmbH seitens der Abteilung 8 des Landes Steiermark und des Gesundheitsfonds beauftragt, diese IST-Erhebung aus dem Jahr 2016 zu aktualisieren mit dem Ziel, mit dieser Analyse Handlungsfelder für die Demenzversorgung in der Steiermark herauszuarbeiten. 

Wichtige Schritte zum Aufbau und zur Erweiterung einer spezifischen, möglichst ineinandergreifenden Versorgung waren die Unterstützung und der Ausbau von verschiedenen Initiativen und Angeboten in der Demenzversorgung seitens der öffentlichen Hand. Zu diesen zählen im Besonderen der Verein Salz Steirische Alzheimerhilfe, die Psychosozialen Dienste Steiermark mit ihren alterspsychiatrischen Angeboten (SOPHA – Sozialpsychiatrische Hilfe im Alter), DemenzTagesstrukturen, die Pflegedrehscheiben des Landes Steiermark und der Stadt Graz sowie Initiativen zur Demenz-Kompetenz in Akutspitälern (wie dem Krankenhaus der Elisabethinen sowie den Häusern der Steiermärkischen Krankenanstalten GmbH). Diese und weitere Angebote sind auf der Homepage zur österreichischen Demenzstrategie genauer beschrieben.

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In Hinblick auf die Umsetzung der Wirkungsziele 1 „Teilhabe und Selbstbestimmung der Betroffenen sichern“ und 2 „Information breit und zielgruppenspezifisch ausbauen“ der österreichischen Demenzstrategie ist seit 2018 die Haltung gewachsen, gemeinsam und in regionalen Netzwerken für Enttabuisierung, Entstigmatisierung und Wissenstransfer zu arbeiten und öffentlich auf die Erkrankung und damit verbundene Fragen und Herausforderungen hinzuweisen. Solche Netzwerke haben sich besonders in der Stadt Graz sowie den Bezirken Leibnitz und Weiz etabliert.

Dabei liegt der Fokus auf der kontinuierlichen Zusammenarbeit, damit Menschen mit Demenz und deren Familien sich gut aufgehoben, integriert und unterstützt fühlen – maßgeblich gestärkt durch gegenseitige Information und Vernetzung von Professionistinnen und Professionisten, Angehörigen und Betroffenen. Aus dieser Vernetzung hervorgegangen ist u. a. der „Lange Tag der Demenz“, ein Format, das 2018 in Graz von Vergissdeinnicht – Netzwerk Demenzhilfe initiiert wurde und mittlerweile regelmäßig und steiermarkweit stattfindet.

Seit 2022 liegt die Umsetzung der österreichischen Demenzstrategie in der Steiermark in den Händen der Psychiatrie-/Demenz-Koordinationsstelle im Gesundheitsfonds Steiermark. Diese hat mit dem Netzwerk Demenz Steiermark (Needs) eine Taskforce gebildet, welche die Bedürfnisse und Perspektiven von Familien sowie Betroffenen mit dem ambulanten und stationären Bereich zusammenführt. Im Netzwerk wirken zwei Angehörige hauptamtlich mit. Es wird getragen vom Dachverband der Psychosozialen Dienste Steiermark sowie dem Krankenhaus der Elisabethinen Graz/Abteilung für Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie. Darüber hinaus erfolgt neben der Einbindung von Systempartnern ein regelmäßiger Austausch durch einen multiprofessionellen Fachbeirat, bestehend aus maßgeblichen Persönlichkeiten der entsprechenden Fachrichtungen, welcher auch die Perspektiven aus dem familiären Bereich integriert und der Qualitätssicherung dient.

Needs hat zum Ziel, dass Menschen mit Demenz selbstbestimmt und mit hoher Lebensqualität in ihrem gewohnten Umfeld leben können, unterstützt durch ein starkes Netzwerk von professionellen und sozialen Diensten, gefördert durch den Gesundheitsfonds Steiermark. Folgende Abbildung zeigt die Needs-Pyramide der Bedürfnisse und Ziele. Mit der Needs-Pyramide soll veranschaulicht werden, dass ein möglichst langes und selbstbestimmtes Leben zu Hause durch Verstärkung und Aufbau von bedürfnisorientierten, auffindbaren und anwendbaren Informationen und Services entlang der Etappen der Erkrankung in Hinblick auf eine integrierte Versorgung erreicht werden kann.

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Struktur zur Umsetzung der Österreichischen Demenzstrategie in der Steiermark

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Viele Faktoren, die auch über das Medizinische hinausgehen, wie soziale, finanzielle, rechtliche Fragen u. dgl., gilt es zu berücksichtigen, damit Menschen mit Demenz mit hoher Lebensqualität und angstfrei so lange wie möglich zu Hause und dabei in einem individuell gestalteten Setting leben können. Gleichzeitig gilt es, demenzsensible gesellschaftliche Grundstrukturen und einheitliche Fortbildungen für alle Berufsgruppen zu etablieren. 

Aus diesem Grund ist die kooperative Vermittlung der Bedeutung des Wirkungszielbündels A der österreichischen Demenzstrategie „Demenz als Public Health-Aufgabe“ sowie der Wirkungszielbündel B „Qualitätssicherung, gemeinsame Rahmenbedingungen und Zusammenarbeit von Forschung und Praxis“ und C „Demenzversorgung“ ein kontinuierlich umzusetzender Auftrag für die Zukunft. 

Eine zunehmende Vernetzung der Akteure im Handlungsfeld verbunden mit einem dauerhaften Austausch auf nationaler Ebene soll maßgeblich dazu beitragen. Auf diese Weise sollen die Empfehlungen und Schwerpunkte aus der österreichischen Demenzstrategie die Wirkungsrahmen der regionalen Netzwerke verbreitern und fördern; Impulse und Vorschläge aus den Netzwerken sollen im Gegenzug helfen, überregionale Initiativen anzustoßen. 

Die Wirkungszielbündel und Handlungsempfehlungen der österreichischen Demenzstrategie fördern somit in allen Bundesländern eine gemeinsame Ausrichtung an den Bedürfnissen von Betroffenen und Angehörigen sowie eine kontinuierliche Verantwortung für Sensibilisierung, Kooperation und Versorgung vor Ort.

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Als Schwerpunkte der kommenden Jahre möchte die Steiermark Sensibilisierung und Wissenstransfer weiter stärken, damit Betroffene und Angehörige schnellstmöglich zu jenen Angeboten gelangen, die sie benötigen; auch sollen sie ohne Angst und Scham über Demenz sprechen können, entsprechend der Wirkungsziele 1, 2 und 3 der österreichischen Demenzstrategie. Es gilt, Initiativen und Projekte entlang des Krankheitsverlaufs zu entwickeln, um Schnittstellen in der Versorgungskette zu stärken und diese insgesamt in Hinblick auf eine integrierte Versorgung zu verdichten, Wirkungsziele 4 und 6. Die regionale Vernetzung soll weiter gestärkt werden, um zu einer optimierten Kooperation zu gelangen; auch soll eine Gleichheit im Zugang zu Versorgungsangeboten sowie eine Gleichwertigkeit der Versorgung erreicht werden, nach den Wirkungszielen 5 und 7. Schließlich wollen wir das mit all dem verbundene, bedarfs- und situationsorientierte Wissen erhöhen sowie Demenz-Kompetenz durch Fortbildung stärken, um die Wirkungsziele und Handlungsempfehlungen der österreichischen Demenzstrategie auch in der Steiermark in der notwendigen Haltung und Qualität umsetzen zu können.

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Umsetzungen

 

Sensibilisierung und Teilhabe

Demenzversorgung