Pflege und Gewalt
Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen stehen im Alltag oft vor belastenden Situationen, die zu Überforderung, Konflikten oder Grenzüberschreitungen führen können. Umso wichtiger ist es, solche Dynamiken frühzeitig zu erkennen und ihnen mit Wissen, Sensibilität und geeigneten Strategien zu begegnen.
Diese Sammlung bündelt Materialien, die sich mit Ursachen, Erscheinungsformen und Prävention von Gewalt in der Betreuung und Pflege auseinandersetzen. Sie bietet praxisnahe Informationen und Handlungsempfehlungen für pflegende Angehörige, Fachkräfte und Einrichtungen, um herausfordernde Situationen besser zu verstehen und eine respektvolle, sichere Begleitung zu fördern.
Ressourcen und Materialien
Volkshilfe Wien
Autor:innen: Ann-Kathrin Ruf & Teresa Millner Kurzbauer
Die Broschüre „Gewaltfreie Pflege bei Demenz“ zeigt, wie herausfordernde Situationen im Pflegealltag erkannt und durch einen gewaltfreien, personzentrierten Umgang entschärft werden können. Sie vermittelt praxisnahe Strategien zur Deeskalation, zum besseren Verständnis von Verhaltensweisen bei Demenz sowie zur Vorbeugung von Stress und Überforderung in der Betreuung. Ziel ist es, sowohl die Lebensqualität von Menschen mit Demenz als auch die Entlastung pflegender Angehöriger und Fachkräfte nachhaltig zu verbessern.
Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz
Die Broschüre „Gewalt erkennen – demenzgerechte Begleitung“ unterstützt dabei, belastende und potenziell gewaltvolle Situationen im Umgang mit Menschen mit Demenz frühzeitig zu erkennen und angemessen zu reagieren. Sie beantwortet zentrale Fragen zu Ursachen von herausforderndem Verhalten und zeigt, wie durch einen achtsamen, respektvollen Umgang Eskalationen vermieden werden können. Ziel ist es, die Sicherheit und Würde von Menschen mit Demenz zu stärken sowie Angehörige und Fachkräfte im Umgang mit schwierigen Situationen zu entlasten.
Die Webseite des BMASGPK bietet mehr Informationen zu Gewalt gegen ältere Menschen.
Zentrum für Qualität in der Pflege
Der Ratgeber gibt praxisnahe Tipps, wie Gewalt im Pflegealltag, insbesondere bei Menschen mit Demenz, frühzeitig erkannt und verhindert werden kann. Er erklärt Ursachen für Aggression, Überforderung und konfliktbelastete Situationen und zeigt konkrete Strategien zur Deeskalation, zum besseren Verständnis von Verhalten sowie zur Stärkung von Selbstbestimmung und Würde. Die Publikation unterstützt pflegende Angehörige und Fachkräfte dabei, Belastungen zu reduzieren und eine respektvolle, sichere Pflegebeziehung zu gestalten.
Zentrum für Qualität in der Pflege, Berlin
Autorinnen und Autoren: Dr. Simon Eggert, Dr. Mathis Haeger, Katharina Lux, Daniela Sulmann, Daniela Väthjunker
Der Leitfaden „Entwicklung eines organisationsbezogenen Gewaltschutzkonzepts. Praxisleitfaden für stationäre Pflegeeinrichtungen“ unterstützt Pflegeeinrichtungen dabei, systematisch Strategien zur Prävention und zum Umgang mit Gewalt zu entwickeln. Er vermittelt grundlegendes Wissen zu Formen, Ursachen und Risiken von Gewalt in der Pflege und zeigt, wie ein einrichtungsspezifisches Gewaltschutzkonzept erarbeitet, umgesetzt und regelmäßig überprüft werden kann. Ziel ist es, klare Strukturen, verbindliche Abläufe und eine gemeinsame Haltung zu etablieren, um Bewohner:innen, Angehörige und Mitarbeitende nachhaltig zu schützen.
Das Informationsangebot der IG24 thematisiert Gewalt, Diskriminierung und sexuelle Belästigung in der 24‑Stunden‑Betreuung und zeigt anhand eines Videos (Rumänisch und Slowakisch) konkrete Handlungsmöglichkeiten auf. Es richtet sich an Personenbetreuer:innen, die im Arbeitsalltag mit Grenzüberschreitungen konfrontiert sind, und informiert über Unterstützungsangebote in Österreich: von mehrsprachiger Beratung bis hin zu rechtlicher Unterstützung. Ziel ist es, Betroffene zu stärken, über ihre Rechte aufzuklären und Wege aus belastenden Situationen aufzuzeigen.
Kontaktstellen
Informationen und Beratungbei allen Formen von Gewalt im Alter bietet das Beratungstelefon von Pro Senectute Österreich an. Erreichbar ist diese Ansprechstelle unter der Telefonnummer +43 699 11 20 00 99.
Patientenanwaltschaften und Patienten- und Pflegevertretungen in den einzelnen Bundesländern finden sie auf:
Wenn Sie Diskriminierungen oder sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz erlebt haben, bietet die Gleichbehandlungsanwaltschaft Auskunft über Ihre Rechte und Möglichkeiten.
Sie haben auch die Möglichkeit Vorfälle zu melden oder mit der Gleichbehandlungsanwaltschaft in Kontakt zu treten.
Wenn Sie Gewalthandlungen gegenüber älteren Menschen wahrnehmen, suchen Sie das Gespräch mit den betroffenen Personen und holen Sie bei Bedarf Unterstützung hinzu.
Wenn Sie Sorge haben, selbst in eine Situation zu geraten, in der Überforderung zu grenzüberschreitendem oder gewaltvollem Verhalten führen könnte, nehmen Sie frühzeitig Unterstützungsangebote in Anspruch, etwa durch Beratungsstellen oder ihren Arbeitgeber.
Bei Hinweisen auf Gewalt in Einrichtungen, in denen ältere Menschen behandelt, betreut oder gepflegt werden, können Sie sich unter anderem an folgende Stellen wenden:
- die Krankenhaus- oder Einrichtungsleitung
- den jeweiligen Träger der Einrichtung
- das zuständige Amt der Landesregierung (Aufsichtsbehörde)
- die Patientenanwaltschaft des jeweiligen Bundeslandes
- die jeweilige Länder-ARGE der Alten- und Pflegeheime