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Niederösterreich

Autorinnen: Beate Missoni, Bernadette Höhrhahn

Mit Blick auf einen weiteren Anstieg der Prävalenzraten demenzieller Erkrankungen durch eine verbesserte Diagnostik und der kontinuierlichen demografischen Alterung wird in Niederösterreich (NÖ) davon ausgegangen, dass von den derzeit ca. 22.000 von der Krankheit betroffen Personen (Niederösterreichsiche Gesundheits- und Sozialfonds: Demenz-Strategie NÖ) bis zum Jahr 2050 ein Anstieg auf 40.000 Menschen zu erwarten ist. 

 

Länderportrait

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Nach der Veröffentlichung des österreichischen Demenzberichtes 2014 erfolgte der Beschluss der NÖ Landeszielsteuerungskommission zur Errichtung einer gemeinsamen Arbeitsgruppe zwischen Land und Sozialversicherungen über die Konkretisierung und Priorisierung eines integrierten Versorgungsprogrammes zum Thema Demenz. 

Ziel ist eine so kurze und so spät wie möglich einsetzende Pflegebedürftigkeit und Institutionalisierung. Eine möglichst lange Versorgung im häuslichen Umfeld soll z. B. durch die Stärkung der Ressourcen des Familiensystems (durch Beratung, Anleitung und Begleitung) und die Unterstützung durch mobile Dienste, sozialer Alltagsbegleitung, Ausbau der Tagesstätten für ältere Menschen gelingen. 

Das Konzept des „Integrierten Demenz-Netzwerkes“ zielt auf die bestmögliche Abdeckung der Bedürfnisse der Betroffenen und ihrer Angehörigen ab. Die Demenz-Koordinationsstelle ist die rahmengebende und integrative Brücke über das „Integrierte Demenz-Netzwerk“.

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Integriertes Demenz-Netzwerk

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Ein breites Spektrum an spezialisierten Netzwerkpartnerinnen und Netzwerkpartnern aus bestehenden Strukturen wie Kliniken, Allgemeinmedizinerinnen und Allgemeinmedizinern sowie niedergelassenen Fachärztinnen und Fachärzten, Pflegeheimen, mobilen Diensten etc. wird durch spezialisierte Angebote wie das (niederschwellige) Demenz-Service ergänzt. Dazu zählen etwa die: 

  • Demenzhotline als Erstkontaktstelle für allgemeine Fragen und Beratungsleistungen.
  • Beratung von Betroffenen und Angehörigen durch Demenzexperten und -expertinnen z.B. im häuslichen Umfeld oder an Kundenservicestellen der ÖGK (Demenz-Infopoints).
  • Informations- und Veranstaltungsangebote zum Thema Demenz; insb. die 4teilige Vortragsreihe zu den Themen „Demenz: Erkennen – Verstehen – Handeln“; „Herausforderungen gemeinsam meistern“, „Alltag gemeinsam meistern“ und „Demenz: Risikofaktoren und Prophylaxen“ bietet den Gemeinden die Möglichkeit, die Bürgerinnen und Bürger sehr niederschwellig zu informieren und für das Thema zu sensibilisieren.
  • Gedächtnisambulanzen.
  • Unterstützungs- und Entlastungsangebote wie z.B. Selbsthilfe- und Gesprächsgruppen, Gedächtnistrainings, Betreuungs- und Pflegeangebote für zu Hause, Tages- und Kurzzeitpflege, stationärer Vollversorgung
  • Website des Demenz-Service NÖ mit Informationen zur Demenz, zu Handlungsmöglichkeiten und Tipps sowie Links zu vertiefenden Beiträgen und einem Online-Kalender mit Veranstaltungen sowie fixen Beratungsangeboten in den Kundenservicestellen ÖGK).
  • Regelmäßigen Netzwerktreffen zur abgestimmten Zusammenarbeit und Kooperation mit wichtigen Playern im Gesundheits- und Sozialsystem. 

Diese Angebote rund um die Demenz werden vom NÖ Gesundheits- und Sozialfonds und der ÖGK, der Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter, Eisenbahnen und Bergbau (BVAEB) und der Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen (SVS) finanziert. Die Evaluierung des DemenzService NÖ erfolgte durch die Universität Wien, Institut für Pflegewissenschaften. Das DemenzService NÖ ist ein Leuchtturmprojekt und wurde 2024 mit dem INTEGRI – dem Österreichischen Preis für Integrierte Versorgung – ausgezeichnet.

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Um in Zukunft die Zielgruppen weiterhin treffsicher zu versorgen, sollen digitale Angebote ausgebaut werden. Für pflegende Angehörige sind zusätzliche Informationsangebote, Schulungen und Entlastungsgespräche mit Fachkräften sowie der Ausbau von wohnortnahen Entlastungsangeboten angedacht. Außerdem gilt es, bestehende Angebote besser aufeinander abzustimmen, um Synergieeffekte zu erzielen und Doppelgleisigkeiten zu vermeiden.

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Niederösterreich orientiert sich bei der Weiterentwicklung der Maßnahmen zum Thema Demenz an den 7 Wirkungsziele der österreichischen Demenzstrategie. Durch die gesetzten Maßnahmen werden bereits Handlungsempfehlungen aus den Wirkungszielen 1 bis 6 umgesetzt. Die zukünftigen Schwerpunkte liegen in der Weiterentwicklung der abgestimmten integrierten Versorgung und der Qualitätssicherung bestehender Angebote.

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Umsetzungen

 

Sensibilisierung und Teilhabe